Achdé

© Dargaud / Cécile Gabriel

Achdé

Der Nachfolger von MORRIS

(*1961)
Auch nach dem Tod von Morris geht es weiter mit Lucky Luke: Achdé heißt der auserwählte Zeichner, der in die Fußstapfen des großen Meisters tritt und Lucky Luke in Zukunft hoffentlich noch viele Abenteuer erleben lässt.

Wie schon sein Name zeigt, ist Achdé ein Mann der Tradition. Lange Zeit war es unter den Zeichnern von Comics üblich, sich Pseudonyme zuzulegen, die sie von ihren Initialen ableiteten. Begonnen hatte dies der wohl berühmteste Zeichner von allen, Hergé. Auch der 1961 in Lyon geborene Achdé folgte dieser Tradition; er benutzte die Initialen seines Namens Hervé Darmenton, H. D., gesprochen Achdé.

Bei Achdé von einer Berufung zum Comiczeichner zu sprechen wäre vielleicht etwas schönfärberisch: im Alter von drei Jahren signierte er bereits seine erste Bildergeschichte. In den darauffolgenden Jahren füllte er seine Schulhefte systematisch mit seinen Kritzeleien. Im Alter von neun Jahren kaufte er schließlich sein erstes Comicbuch: Lucky Luke et Phil Defer. Sicherlich ein Wink des Schicksals.

Inspiriert von Pilote, Spirou und Pif le Chien träumte Hervé schon bald davon, sich dem Zeichentrick zu widmen. Warum nicht der französische Walt Disney werden? Träumen darf man immer. Mit 14 Jahren, kurz nach seiner ersten Veröffentlichung in einem Fanmagazin, kam er zu der Erkenntnis: simpler Comiczeichner tut es auch.

Nach mehreren Jahren am CHRU (Centre Hospitalier Régional Universitaire) in Montpellier war Hervé Röntgenspezialist. Im Wartezimmer des Krankenhauses und im Röntgenzimmer ließ er seine Zeichnungen herumliegen, die die Patienten entspannen, ja sogar lachen ließen. Dies ermöglichte es ihm schließlich, sich dem „Ruf der Strahlen“ zu entziehen.

In Nimes schloss Hervé sich einem kreativen Studio und bald darauf einer Werbeagentur an und veröffentlichte Zeichnungen in der regionalen und landesweiten Presse. 1988 finanzierte er selbst die Veröffentlichung seines Albums Destins croisés. Dargaud nahm den viel versprechenden Zeichner im Jahr seines dreißigsten Geburtstags unter Vertrag. Nun fehlte nur noch die Idee. Eine Fernsehreportage lieferte sie ihm schließlich. Mehrere wütende Viehzüchter, die Schafe vor einem Unternehmen der CRS hin und herschwenken, waren der Auslöser: Die Comic-Serie C.R.S. = Détresse (zu Beginn alleine, dann mit Cauvin) bescherte ihm ersten Erfolg. Es folgten Fort Braillard, Woker (mit Widenlocher), Les Damnés de la route und schließlich Doc Véto mit einem Szenario von Godard.

Zurück zu allen Autoren und Zeichnern von Lucky LukeAn diesem Punkt angekommen kann sich Achdé, der sich mit Frau und Kindern in Le Gers niedergelassen hat, sagen, dass er sein Ziel erreicht hat: Er verdient mit Comics seinen Lebensunterhalt – und zwar sehr gut. Und prompt wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Ihm, Verehrer seiner zeichnerischen Vorbilder Franquin, Uderzo und Morris, wird auf einmal eine große Ehre zuteil. Er soll die Abenteuer von Rantanplan zeichnerisch umsetzen, und er erweist sich damit als würdiger Nachfolger des Lucky Luke-Schöpfers Morris. Das Abenteuer beginnt nach einer mehr als überzeugenden Probearbeit (der Kurzgeschichte „Le Cuisinier francais/Der französische Koch“). Für Achdé, der heute zu den ganz Großen zählt, ist das die Realisierung eines Kindheitstraumes. Gemeinsam mit dem französischen Humoristen Laurent Gerra realisiert er 2004 das erste große Album: „Schikane in Quebec“.

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